Der Anfang

 In Der Anfang

liebe Freunde und Leser,

 

zu meinem 40. Geburtstag und weil ich letztes Jahr eine gravierende Verletzung hatte, die mir gezeigt hat, wie schnell das Leben vorbei sein kann und wie Vergänglich das Leben überhaupt ist, habe ich mich entschieden, ein bisschen über mein Leben zu berichten.

 

Zu meiner Person, geboren bin ich am 1. Juli 1976  in Metz, der Hauptstadt Lothringen in Frankreich. Und das war eben das Problem: eigentlich hätte ich erst im September zur Welt kommen sollen aber  anscheinend hatte ich es eilig, das Tageslicht zu sehen. Deswegen kam ich laut Aussage meiner Eltern 2,5 Monate zu früh zur Welt. ich wurde geboren in einem Krankenhaus, das letztes Jahr abgerissen wurde, was mein bisheriges Leben auch ein Stück weit widerspiegelt. Ich  ich wurde nämlich in Frankreich geboren und lebe mittlerweile in Heidelberg in Deutschland aber nah an der französischen Grenze.

Ich bin in Metz geboren habe aber direkt in dieser Stadt nie gewohnt bis Auf einem Jahr  wo ich dort ein Wirtschafts beziehungsweise Lehramtsstudium ausprobiert habe. Es ist alles total spannend, denn ich bin jetzt in meiner Region weiterhin geblieben, obwohl ich auf der deutschen Seite wohne und gleichzeitig bin ich ins Ausland gezogen. Ich weiß nicht so wirklich, was ich als meine Heimat bezeichnen soll:  ob ist die Kleinstadt bei Paris ist, wo meine 85-jährige Großmutter wohnt oder ob es Heidelberg sein soll, wo ich mich sehr wohl fühle, ob es Kassel sein soll, wo ich arbeite, ob  es  die Kleinstadt in Südfrankreich sein soll, wo ich über Jahre in Kur gegangen bin, ob es Cordoba in Spanien sein soll, wo ich 2014  einen sehr schönen Aufenthalt hatte, mit einer Person, die ich als meine spanische Mutter empfunden habe. Ich fühle mich als Mann der Übergänge, der gedanklich reist,  Weil seine Füße ihm das nicht so ganz erlauben. Und genau um dieses Thema, wo ich gerade auf Kur bin, um bessere Füße zu bekommen, soll es in diesem Blog gehen. 

Es soll darum gehen, aufzuzeigen, wie ein kleiner behinderter Franzose sich auf dem Weg nach Europa (insbesondere Deutschland und Spanien) macht  und trotz der  manchmal nicht gut funktionierenden Beine trotzdem einiges gebacken bekommt. Ich bin auf die Idee gekommen, mein Leben zu schildern auf Anregung eines meiner besten Freundes,  Der als Fachinformatiker bei der Bundeswehr tätig ist. Es war von mir ein lang gehegter Wunsch und dieser sehr gute Freund hilft mir dabei,   Diesen Wunsch zu verwirklichen.  Meine Darstellung soll einerseits als Ermutigung für andere Behinderte verstanden werden, zu kämpfen andererseits wird mir dieser Blog helfen, das Alltagsleben und die Unsicherheiten,  die mit der Behinderung einhergehen,  besser zu verarbeiten. Da Deutschland mittlerweile mein Lebensmittelpunkt ist, habe ich mich auch entschieden, mein Blog auf Deutsch zu verfassen, dies auch, weil die meisten meiner Freunde  aus Deutschland kommen.Nun zurück zu den Anfängen: ich wurde wie gesagt als Frühchen am 1. Juli 1976 geboren. Obwohl meine Eltern etwa 10 km vor der saarländischen Grenze wohnten, entschlossen sie sich, in etwa 60 km entfernte Metz für die Geburts zu fahren, da die Kleinstädte in Ost Lothringen nicht über geeignete Krankenhäuser für Frühchen verfügten. Heutzutage dürfte das anders sein.  Mein europäisches Charakter war damals komischerweise schon deutlich: mein Opa mütterlicherseits war Spanier, meine Oma väterlicherseits wurde 1910 im Elsass geboren und hatte dementsprechend einen deutschen Pass. Die Stadt Metz, wo ich geboren wurde, ist schon immer französischsprachig gewesen; allerdings wurde die trotzdem zweimal von den deutschen besetzt, was sich wiederum  in die Architektur der Stadt insbesondere in der Nähe des Hauptbahnhofes äußert.

Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass das Krankenhaus wo ich geboren wurde, direkt  vor dem Hauptbahnhof lag aber ich bin heutzutage immer noch begeisterter Zugfahrer. was noch zu meinem europäischen Charakter bei trägt ist folgendes Ereignis: angeblich hätten meine Eltern ein paar Wochen vor der Geburt eine Reise nach damaligen West Berlin  unternommen, wo ein Freund von meinem Vater als französischer Soldat stationiert war. Meine Großmutter väterlicherseits hat mir dann immer erzählt, dass die Frühgeburt mit dieser Reise zusammen hing.  Laut meiner Großmutter wäre meine Mutter nicht genug geschützt worden vor der Geburt, dies obwohl mein Vater im medizinischen Bereich tätig war. Ich konnte diese aussage nie überprüfen  und heutzutage ist es immer noch sehr schwer, mit meinem Vater über dieses Thema zu sprechen. Fakt ist nach dieser langen Einführung, dass ich am 1. Juli 1976 geboren wurde. Meine Mutter,  die damals 25 war, wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren mit Blaulicht und Sirene.

Das kann wiederum erklären, warum ich mich heute so sehr für Rettungswagen und Martinshorn fürchte  und Gänsehaut bekomme, wenn ein Rettungswagen zu nah an mir fährt.

Wie gesagt: ich kam 2,5 Monate zu früh zur Welt.  Nach der Geburt wurde ich in einem Inkubator reingestellt.  Mein Vater, der die Entbindung bei gewohnt hatte, Hat mir berichtet, dass ich unmittelbar nach der Entbindung gekrabbelt wäre. Ein paar Tage nach der Entbindung bekam meine Eltern einen Anruf aus dem Krankenhaus.  Das Krankenhaus teilte meinen Eltern mit, dass ich gestorben wäre. Bis meine Eltern die 60 km bis Metz zurück gelegt hatten, als sie in die Klinik kamen,  teilte das Pflegepersonal meinem Vater mit, dass es keinen Anruf gegeben hätte, und das es Mir sehr gut gehen würde.

Die Diagnose einer Infantilzerebralparese wurde  viel später gestellt. Ich glaub das ist für heute Abend reicht! Es ist der erste Tag, an dem ich schreibe und derzeit bin ich in Kur und muss morgen sehr früh aufstehen,  obwohl das frühe aufstehen mir widerstrebt aber das gehört zur Kur dazu! Allen, die meinen Beitrag mit müden Augen lesen, wünsche ich dir erst mal eine gute Nacht und sage bis morgen!

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